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Betreuung / PromotionsvereinbarungenAus dem Betreuungsverhältnis zwischen DoktorandInnen und BetreuerInnen einer Promotion ergeben sich sehr häufig die unterschiedlichsten Probleme. Eine für beide Seiten zufriedenstellende und fruchtbare Betreuung ist leider nicht immer selbstverständlich. In der hochschulpolitischen Diskussion wird jedoch die intensive Betreuung als eine der wesentlichsten Bedingungen für die Verkürzung von Promotionszeiten genannt, etwa von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in ihren Ausführungen zur Organisation des Promotionsstudiums, vom Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zur Doktorandenausbildung oder von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den Zielen der Graduiertenkollegs.
So will man etwa im Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften durch individuelle Beratung und intensive Betreuung zur Verkürzung der Promotionsdauer beitragen. Der „Qualitätszirkel Promotion", (nach eigenen
Angaben) ein „Bundesländer übergreifendes Netzwerk von 13 Graduiertenschulen, Qualtitätssicherungs- und Nachwuchsförderungsinstitutionen aus zehn
Universitäten", hat ein Handbuch „Gemeinsam die Promotion gestalten" verfaßt. Es gibt eine Version für Promovierende bzw. Promotionsinteressierte und eine Version für Betreuende.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Erfahrungsbericht von Bernd Kleimann über das Promovieren zwischen Lust und Frust im Graduiertenkolleg „Asthetische Bildung“ an der Universität Hamburg (in Kapitel 4.5 geht es um die Promotionsbetreuung).
Die Promovierenden-Initiative (PI) hat, gestützt auf eigene Erfahrungen, einige Tipps zur Gestaltung des Betreuungsverhältnisses zwischen DoktorandInnen und PromotionsbetreuerInnen zusammengestellt.
Einen Einblick in die Höhen und Tiefen der Promotionsbetreuung gibt die (realistische) Satire von Angelika Birck „Laura promoviert“, die sie im Forum Qualitative Sozialforschung veröffentlicht hat.
Will man einmal eine Beschreibung des Promotionsprozesses auch von der anderen Seite, also der des Betreuers/der Betreuerin, lesen, kann man z.B. einen Blick in Heft 1/2007 der sportwissenschaftlichen Nachwuchszeitschrift „ze-phir“ werfen, das die „Promotionsbetreuung in der Sportwissenschaft“ als Schwerpunktthema hatte.
PI, PG Dok: // Empfehlungen zu Promotionsvereinbarungen
PI, PG Dok: // Muster einer Promotionsvereinbarung
HRK
// Zur Organisation des Promotionsstudiums (17./18.2.2003)
Wissenschaftsrat
// Empfehlungen zur Doktorandenausbildung (15.11.2002)
Qualitätszirkel Promotion: Handbuch
// Version für Promovierende
// Version für Betreuende
Bernd Kleimann
// Promovieren zwischen Lust und Frust
THESIS e.V., pi
// Bessere Betreuung von Promovierenden (9.9.2005)
Angelika Birck
// „Laura promoviert“
sportwissenschaftlicher-nachwuchs.de
// Ze-phir 1/2007
Eine Möglichkeit und in manchen Länder beispielsweise den Niederlanden übliche Praxis ist die schriftliche Fixierung von Promotionsvereinbarungen, manchmal auch PhD-Vertrag genannt. Darin können Vereinbarungen zu für beide Seiten relevanten Punkten des Promotionsprozesse wie zeitlicher Ablauf/ Zeitplan, Frequenz der Betreuungstreffen, Unterstützung bei der Finanzierungssuche sowie Unterstützungsleistungen der Einrichtung etc. formuliert werden. Da das Promovieren Teil des Arbeitsvertrages ist, werden diese DoktorandInnen also - anders als in Deutschland üblich - fürs erfolgreiche Promovieren bezahlt.
Zu Promotionsvereinbarungen hat die Promovierenden-Initiative (PI) Empfehlungen verfasst und eine Mustervereinbarung erarbeitet (siehe rechts).
Das Förderprogramm „Promovieren an Hochschulen in Deutschland“ (PHD) mit seinen „Internationalen Promotions-Programmen“ (IPP) legt in seinem Leitbild besonderen Wert auf Betreuung der DoktorandInnen. Das Internationale Promotions-Colleg Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt am Main zum Beispiel will dies durch außerfachliche Betreuungsangebote und einen PHD-Vertrag zwischen BetreuerIn und DoktorandIn zum Ausdruck bringen.
Universität Frankfurt am Main
// Internationales Promotions-Colleg Gesellschaftswissenschaften