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Polen: Sommerakademie MasurenDeutsch-Polnisches Lernen
Seit 1995 führt die GEW gemeinsam mit der polnischen Gewerkschaft „Solidarnosc“ und der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Fortbildungs- und Begegnungsprojekt in Masuren durch, das rund 40 Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Polen für zwei Wochen zusammen bringt: zum Sprachelernen, zum Kennenlernen von KollegInnen des Nachbarlandes und ihrer Situation, zu Vorträgen und Diskussionen über gemeinsame Themen und Aktivitäten, zur Arbeit in Workshops und kreativer Freizeitgestaltung.
Wie spielt sich das Treffen ab?
Ausgangspunkt ist das Sprachelernen: Die deutschen KollegInnen lernen Polnisch, die polnischen Deutsch. Dazu gibt es vormittags jeweils zwei bis drei Kursgruppen mit professionellen Lehrkräften. Das Lernniveau ist dabei abhängig vom Kenntnisstand der TN: Anfänger, fortgeschrittene Anfänger, Fortgeschrittene. Im Kontext mit dem Lernen im Kurs wird in gemischten Tandems von zwei bis vier Personen an einzelnen Aufgaben oder Fragen weitergelernt. Diese Tandems sind immer deutsch-polnisch besetzt und zwar so, dass alle TN in den Tandems sprachlich aufgefangen werden. Auch aus diesem Grunde wird die Zusammensetzung der Tandems gewechselt. Die Mitglieder der Tandems sprechen sich ab, wann sie sich treffen wollen. Die lange Mittagspause etwa bietet genug Luft dafür. Am späten Nachmittag werden Workshops angeboten, die in der Regel von den TeilnehmerInnen selbst gestaltet werden. Hier kann es um Erfahrungen aus Schulaustausch, Gedenkreisen, Städtepartnerschaften o. ä. gehen oder um interessante Fragen aus der pädagogischen Praxis, aber auch um politisch-historisch-kulturelle Beiträge oder musische Aktivitäten (Lied/Chanson/Theater/Film), je nach Interessen und Talenten. Abends findet i. d. R. eine gemeinsame Veranstaltung mit Referenten und eingeladenen Gästen statt oder ein Literatur- oder Musikschwerpunkt. Oft ergibt es sich, dass zum Ausklang der Abende gesungen, getanzt oder im kleinen Kreise einfach weiter diskutiert wird. Zu diesem täglichen Rahmenprogramm kommen, vor allem am Wochenende, besondere Aktivitäten hinzu; z. B. professionell geführte Ausflüge nach Olsztyn und in die Region; eine Kajaktour auf dem Gimsee, Lagerfeuer am See. Das gesamte Programm ist zwar kompakt, lässt aber doch genug Raum für eigene Aktivitäten, zum Luftholen, zu Gesprächen und Unternehmungen am Rande
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Was ist das Besondere der Masuren-Akademie?
Die Sommerakademie ist mehr als ein Sprachkurs und auch mehr als eine unpersönliche Fortbildung. Das Projekt hat sich vielmehr von Anfang an als gewerkschaftliches Projekt verstanden und entwickelt. So gibt es von vornherein ein kollegiales und herzliches Klima untereinander, einen ähnlichen Horizont und eine Offenheit, die es ermöglicht, über Grenzen hinweg auch heikle Themen zu erörtern und in die Tiefe zu gehen. Wechselseitige Lernprozesse und Verständnis werden dadurch ebenso gefördert wie Kontakte und Kooperationsvorhaben. Das gemeinsame Arbeiten an der fremden Sprache macht neugierig, ebenso wie das Zuhören und Mitmachen bei den Workshops und im Abend- und Freizeitprogramm. Jede/r kann sich einbringen, aber auch einmal ausklinken, wenn nötig. Es ist diese Mischung von intensivem Sprachkurs, offenem Gespräch und solidarischem Diskurs, persönlichen Begegnungen und neuen Horizonten, die den spezifischen Charakter ausmachen und dies in Verbindung mit vielen musischen und kulturellen Angeboten und selbstbestimmten Aktivitäten. Nicht zu vergessen die Lage des Tagungshauses direkt an einem der schönsten masurischen Seen, der zum Schwimmen, Schauen, Wandern, Rudern und Tauchen einlädt.
Wer kann teilnehmen?
Insgesamt werden rund 40 Personen mitmachen, für Teilnehmer aus Deutschland sind 15 Plätze reserviert. Zielgruppe sind GEW-Mitglieder, die neugierig auf Polen und die polnische Sprache sind, aber auch solche, die schon langjährige Kontakte zu Polen pflegen und ihre Polnisch-Kenntnisse verbessern wollen. Bevorzugt (aber nicht ausschließlich) werden diejenigen unter den Anmeldungen berücksichtigt, die in ihrem beruflichen Umfeld multiplikatorisch tätig sind, z. B. in entsprechenden Schul- oder Städtepartnerschaften. Wobei das ganze berufliche Spektrum der GEW gemeint ist. Vorbereitete Beiträge zu eigenen Workshops oder zu den Themenabenden werden von den TN nicht obligatorisch erwartet, aber mit der Teilnahmebestätigung werden sie befragt, ob sie sich nicht mit eigenen Beiträgen/Angeboten im Rahmenprogramm beteiligen wollen.
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Wo findet die Sommerakademie statt?
Tagungsstätte ist das Freizeit- und Ferienzentrum „Klobuk“ in Nowa Kaletka, das mitten im Kiefernwald am Gimsee gelegen, vielfältige Freizeitmöglichkeiten bietet, inkl. Boots- und Fahrradverleih. Die Unterbringung erfolgt in Einzel- und Doppelzimmern des Haupthauses oder auch in separaten Holzhäuschen im Wald. Die Zahl der Einzelzimmer ist begrenzt. Von Nowa Kaletka aus gibt es öffentliche Busverbindungen nach Olsztyn. Mit dem Auto benötigt man für die ca. 30 km etwa eine halbe Stunde.
Die An- und Abreise zur Sommerakademie organisieren (und finanzieren) die TN selbst. Mit der Teilnahmebestätigung wird es Informationen auch über Reisewege und Mitfahrgelegenheiten geben.
Und wer finanziert das Ganze?
Der Teilnahmebeitrag beträgt pro Person 700 Euro (Einzelzimmer) bzw. 550 Euro (Doppelzimmer). Zur weiteren Finanzierung der Kosten für Unterkunft und Verpflegung, Referenten, Lehrkräfte und Gäste (es werden auch einige Gäste aus Weißrussland und der Ukraine teilnehmen) sowie der reduzierten Teilnehmerbeiträge für die polnischen Kolleginnen und Kollegen, für die ein deutscher Teilnahmebeitrag unerschwinglich wäre, tragen die GEW und ihr Bildungs- und Förderungswerk (BfW), die Gewerkschaft Solidarnosz, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit bei..
Anmeldung
Die Sommerakademie Masuren findet vom 21.7. – 1.8.2012 in Nowa Kaletka am Gimsee statt. Anmeldungen an den GEW-Hauptvorstand, Karin Gaines, Tel: 069 78973311,
. Anmeldeschluss ist der 31. März .2012. Spätere Anmeldungen haben nur dann noch eine Chance, wenn es noch offene Plätze gibt, bzw. über eine Warteliste für den Fall von plötzlichen Absagen.
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Text und Fotos: Magda Wankiewicz-Heise