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PositionenDie bekannten hochschulpolitischen Akteure in der Bundesrepublik sind sich bei der Promotion eher einig, in welche Richtung die Veränderung gehen soll. Die Promotionsphase soll stärker strukturiert werden. Die institutionellen Rahmenbedingungen sollen ebenso verbessert werden wie die Betreuung der Promovierenden. – Das ist auch die Auffassung der GEW. Die Vorstellungen der in der GEW zusammengeschlossenen DoktorandInnen (ProG Dok) sind in zwei grundsätzlichen Forderungspapieren zusammengestellt (Siehe rechts).
Der Wissenschaftsrat hat Ende 2002 „Empfehlungen zur Doktorandenausbildung“ veröffentlicht, die besonders in ihrer Darstellung des Status Quo sehr lesenswert sind. Den dort gezogenen Schlussfolgerungen kann die ProG Dok jedoch nicht immer folgen (siehe unten). Ähnlich wie die Hochschulrektorenkonferenz schlägt der Wissenschaftsrat vor, flächendeckend Promotionskollegs nach dem Vorbild der von der DFG geförderten Graduiertenkollegs einzurichten. Diese sollen um eine „Dachstruktur“ von Graduiertenzentren unterstützt werden, an denen Koordinations- und Beratungsaufgaben angesiedelt sind. Zu Sinn, Zweck und Ausgestaltung der Graduiertenzentren hat die ProG Dok der GEW ein Positionspapier ProG Dok, das im Juni 2007 vom Bundesfachgruppenausschuss Hochschule und Forschung der GEW verabschiedet worden ist.
Der Knackpunkt der Reform wird aber sein, die fast 50.000 Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen an Universitäten, in Forschungsprojekten und an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Umgestaltungsprozess zu integrieren. Denn in Deutschland werden die meisten Promotionen, im Gegensatz zur Praxis in manchen anderen Ländern, durch befristete Qualifikationsstellen finanziert. Nationale Lösungen müssen im Zusammenhang mit dem Europäischen Hochschul- und Forschungsraum gefunden werden. Für einen einheitlichen Status und die gleichberechtigte demokratische Teilhabe von Promovierenden an den deutschen Hochschulen spricht sich die GEW in einem Positionspapier aus, das von der ProG Dok erarbeitet und im Februar 2010 vom Bundesfachgruppenausschuss Hochschule und Forschung der GEW verabschiedet worden ist. In einem weiteren Positionspapier vom September 2009 unterbreiten die Promovierenden in der GEW Vorschläge für mehr Transparenz und soziale Gerechtigkeit beim Zugang zur Promotion.
An den genannten Lösungen arbeiten auch Initiativen und Zusammenschlüsse von Promovierenden: Neben der GEW Projektgruppe DoktorandInnen sind das Netzwerk THESIS und die Promovierenden-Initiative zu nennen; auf europäischer Ebene vertritt EURODOC die Promovierenden.
Der Wissenschaftsrat (WR) ist eine Einrichtung der Politikberatung, der von den Regierungen des Bundes und der sechzehn Länder getragen wird. Er besteht aus einer Wissenschaftlichen Kommission, die mit WissenschaftlerInnen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens besetz ist, und einer Verwaltungskommission, die sich aus VertreterInnen des Bundes und der Länder zusammensetzt. Der WR berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der Hochschul- und Forschungsentwicklung. Er hat die Aufgabe, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung sowie des Hochschulbaus zu erarbeiten.
Auf dem Themengebiet „Wissenschaftlicher Nachwuchs“ hat der WR im Januar 2004 Empfehlungen zu einem Wissenschaftstarifvertrag und zur Beschäftigung wissenschaftlicher MitarbeiterInnen herausgegeben. Vom November 2002 stammen die sehr lesenswerten Empfehlungen zur DoktorandInnenausbildung.
Der Kommentar der PG DoktorandInnen zu den WR-Empfehlungen findet Ihr auch auf der rechten Seite.
Sehr interessant sind auch die Empfehlungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses des WR vom Januar 2001.
Wissenschaftsrat
// Empfehlungen zu einem Wissenschaftstarifvertrag und zur Beschäftigung wissenschaftlicher Mitarbeiter
(30.1.2004)
Wissenschaftsrat
// Empfehlungen zur Doktorandenausbildung (15.11.2002)
Wissenschaftsrat
// Empfehlungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (19.1.2001)
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist der freiwillige Zusammenschluss der staatlichen und staatlich anerkannten Universitäten und Hochschulen in Deutschland. In ihr sind fast alle Hochschulen Deutschlands als Mitglieder organisiert. Die HRK versteht sich als Stimme der Hochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Die HRK hat im Februar 2003 - auch als Reaktion auf die Positionen des WR - ihre Vorstellungen von der zukünftigen Organisation des Promotionsstudiums vorgestellt und stellt auf ihren Seiten als „Brennpunkt“ ihrer Positionen zum wissenschaftlichen Nachwuchs vor. Dort steht u.a., dass begabten NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit geben werden solle, direkt nach dem BA zur Promotion zugelassen zu werden.
Damit zusammenhängend hat sich die HRK deutlich für eine Durchlässigkeit bei der Zulassung zu Master und Promotion ausgesprochen und gefordert, die Zulassung auf Grundlage der fachlichen Qualifikation der BewerberInnen und nicht rein formaler Unterscheidungen wie dem Studienabschluss vorzunehmen.
2006 führte die HRK die Tagung „Quo vadis Promotion?“ durch.
Hochschulrektorenkonferenz
// Zur Organisation des Promotionsstudiums (17./18.2.2003)
Hochschulrektorenkonferenz
// Im Brennpunkt: Der wissenschaftliche Nachwuchs
Hochschulrektorenkonferenz
// HRK fordert Durchlässigkeit bei der Zulassung (11.2.2004)
Hochschulrektorenkonferenz
// Quo vadis Promotion?
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland. Zu ihren Aufgaben gehören auch die wissenschaftliche Beratung von Parlamenten und Behörden und die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die DFG fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Promotionsphase im Rahmen von Graduiertenkollegs und MitarbeiterInnenstellen in Projekten.
Im Dezember 2000 hat sie Vorschläge zur Neuordnung der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erarbeitet.
Die Ziele und Aufgaben der Graduiertenkollegs könnt ihr ebenso im Netz nachlesen wie die Gesamtliste der z. Z. geförderten Graduiertenkollegs.
Die DFG macht jährlich statistische Erhebungen zu den Graduiertenkollegs, aktuell die Erhebung von 2004.
Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, kurz Kultusministerkonferenz genannt, ist ein Zusammenschluss der für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen MinisterInnen bzw. SenatorInnen der Länder. Sie beruht auf einem Übereinkommen der Länder und stützt sich auf deren Kulturhoheit.
Unter die aktuellen Arbeitsschwerpunkte im Bereich Wissenschaft/Hochschulen fällt auch die „Förderung von Exzellenz“, worunter Spitzenuniversitäten sowie ein Exzellenznetzwerk verstanden werden und bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses die Einrichtung von Graduiertenschulen betont wird.
Kultusministerkonferenz
// Wissenschaft und Hochschule. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte
THESIS ist ein „Interdisziplinäres Netwerk für Promovierende und Promovierte“, ein eingetragener Verein mit etwa 400 Mitgliedern. Es gibt verschieden Projektgruppen zu Hochschulpolitik/ Dienstrechtsreform, Internationales, Promotion mit FH-Abschluss, Promovierte und Transdisziplinäre Wissenschaften. Regionale Gruppen treffen sich regelmässig zu Stammtischen oder Veranstaltungen.
Hochschulpolitische Positionen und Stellungnahmen findet Ihr auf der Seite der Arbeitsgruppe Hochschulpolitik/ Dienstrechtsreform, z.B. das Positionspapier (2003) zur Zukunft der Promotion.
Ein großes Projekt von Thesis war eine Online-DoktorandInnenbefragung, an der sich fast 10.000 Promovierende beteiligt haben. Die Ergebnisse könnt Ihr in einer Sonderausgabe der duz - Das unabhängige Hochschulmagazin nachlesen.
Thesis e.V.
// Hochschulpolitik
Thesis e.V.
// Zukunft der Promotion
duz - Thesis e.V.
// Zur Situation Promovierender in Deutschland
Die Promovierenden-Initiative (PI) ist ein Zusammenschluss der StipendiatInnen der deutschen „Begabtenförderwerke“, der 1999 gegründet wurde, um sich gegenseitig über allgemeine Entwicklungen im Bereich der Hochschulpolitik, zu der Situation der Promovierenden und auch in den verschiedenen Stiftungen zu informieren und einen Meinungsbildungsprozess zu initiieren. In der Initiative sind die 11 Förderwerke mit StipendiatInnen vertreten. Wo Selbstverwaltungsstrukturen vorhanden, sind dies die Delegierten der jeweiligen stipendiatischen Gremien. (Das mit Abstand größte Förderwerk, die Studienstiftung des Deutschen Volkes, hat beispielsweise keine Selbstverwaltung der StipendiatInnen!)
Die Promovierenden-Initiative bezieht Position zur Reform der Promotion in Deutschland und will dabei wenn möglich die Interessen aller Promovierenden, nicht nur von StipendiatInnen vertreten.
Eigene Stellungnahmen der PI sowie Materialien zur Hochschulpolitik findet ihr auf deren Webseiten, z.B zu Promotionsvereinbarungen (siehe auch auf der entsprechenden Seite), der Modernisierung von Promotionsordnungen und zum Promovierendenstatus in den Landeshochschulgesetzen.
Es finden regelmäßige Treffen statt (siehe Termine).
Auf europäischer Ebene hat sich Anfang 2002 in Spanien Eurodoc, das European Council of Doctoral Candidates and Junior Researchers gegründet. Es ist ein Europa- (nicht nur EU-)weiter Zusammenschluss nationaler Initiativen oder Netzwerke von Promovierenden. Deutschland wird durch Thesis (siehe oben) vertreten.
Eurodoc hat es sich zum Ziel gesetzt, Promovierende und junge Forscher auf europäischer Ebene zu vertreten, indem es die Zusammenarbeit der nationalen Vertretungsorganisationen Promovierender aufbaut und fördert, die Qualität der Promovierendenausbildung und die Forschungssituation Promovierender zu verbessern, den Informationsaustausch zu unterstützen, Veranstaltungen zu organisieren und an den europäischen hochschulpolitischen Debatten teilzuhaben.
Verschiedene Arbeitsgruppen beschäftigen sich u.a. mit internationaler Mobilität, den Arbeitsbedingungen sowie Betreuung und Ausbildung von Promovierenden, den unterschiedlichen Karrierewege und der geschlechtlichen (Un)Gleichstellung Promovierender.
Im Rahmen der Bologna Folgeseminare und in Vorbereitung auf die Bergen-Konferenz 2005 fand, organisiert von den österreichischen und deutschen Bildungs-/Forschungsministerien sowie der European University Association vom 3.-5. Februar 2005 in Salzburg ein Treffen zum Thema "Doctoral Programmes for the European Knowledge Society" statt, bei dem auch Eurodoc vertreten war.
Jährlich veranstaltet Eurodoc seit 2001 eine eigene Konferenz, zuletzt vom 11.-15.3.2010 in Wien und vom 31.3.-4.4.2011 in Vilnius. Von 2008 bis 30.4.2009 führte Eurodoc eine Online-Befragung zur Situation der Promovierenden in 30 europäischen Staaten durch.
Eurodoc
// Arbeitsgruppen
bologna-bergen2005
// Programm "Doctoral Programmes"
Eurodoc
// "Doctoral Programmes" (01.07.2006)
bologna-bergen2005.no
// Doctoral Programmes
Hier noch der Hinweis auf ein paar Organisationen oder Initiativen von Promovierenden, Postgraduierten, Postdocs oder jungen ForscherInnen anderer Länder in Europa und darüber hinaus. Einige stellen auch Informationen auf Englisch bereit.
Belgien
Objectif Recherche
Bulgarien
Association of Doctoral Students in Bulgaria (ABD)
Dänemark
Danske Ph.d.-stipendiaters netvaerk
Frankreich
Confédération des jeunes chercheurs (CJC)
Großbritanien
National Postgraduate Committee (NPC)
Irland
Union of Students in Ireland (USI)
Italien
Associazione Dottorandi e Dottori di Ricerca Italiani (ADI)
Kroatien
Mreža Mladih Znanstvenika (MLAZ)
Litauen
Lietuvos Jaunuju Mokslininku Sajunga
Niederlande
Promovendi netwerk nederland
Norwegen
Stipendiat-organisasjonene i Norge (SiN)
Österreich
Plattform doktorat.at
Polen
Krajowa Reprezentacja Doktorantów (KRD)
Portugal
Associação dos Bolseiros de Investigação Cientifica
Schweden
Sveriges förenade studentkårers doktorandkommitté (SFS-dk)
Slowakische Republik
Asociácia doktorandov Slovenska (ADS)
Slowenien
Drustvo Mladih Raziskovalcev Slovenije
Spanien
Precarios Federación de Jóvenes Investigadores
Tschechien
Studentská komora Rady vysokých škol (SK RVŠ)
Ungarn
Doktoranduszok Országos Szövetsége (DOSZ)
USA
National Association of Graduate-Professional Students (NAGPS)
Zypern
Association of PhD Candidates of Cyprus (APCC)
Belgien
// Objectif Recherche
Frankreich
// Confédération des jeunes chercheurs
Großbritanien
// National Postgraduate Committee
Kroatien
// Mreža Mladih Znanstvenika
Niederlande
// Promovendi netwerk nederland
Österreich
// Plattform doktorat.at
Slowakische Republik
// Asociácia doktorandov Slovenska
Tschechien
// Studentská komora Rady vysokých škol