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Prekäre BeschäftInsbesondere bei wissenschaftlichen MitarbeiterInnen in drittmittelfinanzierten Projekten sind Arbeitsverträge mit kurzen Laufzeiten eher die Regel als die Ausnahme. Im Wissenschaftsbetrieb werden überdies Arbeitsverträge für Viertel- und Dezimalstellen abgeschlossen; unbezahlte Mehrarbeit wird dabei oft stillschweigend erwartet. Die Weiterqualifikation – der eigentliche Grund für die Mehrarbeit – wird zur in der Freizeit zu erledigenden Privatangelegenheit. Das verstehen Hochschulen und Forschungseinrichtungen offenbar unter Flexibilität zur Steigerung des Wettbewerbs. Diese Entwicklung ist weder im Interesse der WissenschaftlerInnen noch im Interesse der Qualität und Kontinuität von Forschung und Lehre, auf die Hochschulen und die Studierenden angewiesen sind. Mittlerweile gibt es sogar Ein-Euro-JobberInnen an Hochschulen.
Dagegen setzt die GEW auf ein ganzheitliches aufgabengerechtes Personalstrukturkonzept für die Wissenschaft. Auf der Grundlage tarifvertraglicher Regelungen sollen Mindestbeschäftigung (mindestens 50%) festgeschrieben und prekäre (ungesicherte) Beschäftigung eingedämmt werden. Ein-Euro-Jobs haben in der Wissenschaft nichts zu suchen. Mit der Tagung „Prekarisierung von Wissenschaft und wissenschaftlichen Arbeitsverhältnissen“, die die GEW im Januar 2008 mit dem Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) in Leipzig durchführte, hat sie ein Forum für Betroffene eröffnet und „Visionen und Bausteine“ für eine Reform der Personalstruktur zur Diskussion gestellt.
A. Keller: / Hartz IV wirft Schatten auf die Alma Mater (E&W 4/07)
Denk-doch-mal
// A. Keller: Alma mater prekär (2008)