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Promovieren in Graduiertenzentren und Promotionskollegs

Graduiertenzentren und Graduierten- bzw. Promotionskollegs sind Formen strukturierter Promotion.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat seit über 10 Jahren Graduiertenkollegs eingerichtet, um dem so häufig vorkommenden problematischen Einzelkämpferdasein beim Schreiben der Dissertation etwas entgegenzusetzen. Sie orientieren sich an dem Modell der amerikanischen Graduate Schools, an denen eine größere Anzahl DoktorandInnen - meist in einem gemeinsamen Fachgebiet - an ihrer Dissertation arbeiten und eine gemeinsame Ausbildung und Unterstützung erfahren. Wie auch in der Profilbeschreibung der DFG ersichtlich, geht es um die Förderung besonders begabter NachwuchswissenschaftlerInnen. Eine intensive Betreuung und der Arbeitsaustausch in kleinen Gruppen soll insbesondere die Promotionszeit verkürzen.
Johannes Moes, Mitglied der GEW-Projektgruppe DoktorandInnen, hat einen Kommentar zum DFG-Konzept verfasst.

Einige Bundesländer sind nachgezogen und haben eigene Förderprogramme für Graduiertenkollegs aufgelegt, wobei aber unklar bleibt, ob diese Einrichtungen nun als Kollegs fungieren oder eher etwas eigenes, etwa „Graduiertenschulen“, darstellen. So fördert z. B. Nordrhein-Westfalen sieben Graduate Schools.
Auch das Land Niedersachen hat ein solches Programm aufgelegt und fördert zur Zeit 10 Graduate Schools.
Die Max-Planck-Gesellschaft hat International Research Schools eingerichtet, die deutsche und ausländische NachwuchswissenschaftlerInnen „im Rahmen einer strukturierten Ausbildung unter exzellenten Forschungsbedingungen auf die Promotionsprüfung“ vorbereiten soll.

Das Internationale Promotions-Centrum Gesellschaftswissenschaften an der Universität Frankfurt am Main ist eines der im Rahmen des PHD-Programmes
Promotion an Hochschulen in Deutschland (PHD) („Promotion an Hochschulen in Deutschland“) vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Promotionsprogramme, das mit Hilfe von fachlichen und außerfachlichen Betreuungsmaßnahmen zur Verkürzung der Promotionszeit, zur Verbesserung der Qualität der Dissertationen und zur Internationalisierung des Promotionsstudiums beitragen will.

Auch einige der elf Begabtenförderwerke haben begonnen, Promotionskollegs einzurichten und einen Teil ihrer Stipendien an diese zu binden. Vorreiter ist die Hans-Böckler-Stiftung, die unter anderem das Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften GGK und an den Universitäten Halle-Wittenberg und Magdeburg das Graduiertenzentrum für qualitative Bildungs- und Sozialforschung unterstützt.

Weitere in Deutschland eingerichtete Graduiertenzentren und Graduierten- bzw. Promotionskollegs:

An der Universität Bremen gibt es die Graduate School of Social Sciences.
An der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld gibt es einen internationalen Promotionsstudiengang, die International Graduate School in Sociology.
Die Humboldt-Universität zu Berlin hat die International Humboldt Graduate School on Structure, Function and Application of New Materials eingerichtet.
Über das Promovieren in Graduiertenkollegs konnte man einen Artikel von Marion Schmidt (22.3.2004) in der Süddeutschen Zeitung lesen.

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