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Promovieren mit Kind

Promovierende, die ein Kind/ Kinder haben, erwarten oder haben möchten, sehen sich mit vielen Beschwerlichkeiten konfrontiert, die nicht zuletzt daher rühren, dass die Hochschulen nur sehr unzureichend auf die besonderen Bedürfnisse promovierender Eltern eingerichtet sind.

Erziehungs- bzw. Elterngeld / Elternzeit

Ein zentrales Problem beim Promovieren mit Kind ist sicher die Frage nach den finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten, sei es durch staatliche Stellen oder bei StipendiatInnen auch durch die Studienwerke. Um Eltern dabei zu unterstützen, ihr Kind selber zu erziehen und zu betreuen, gibt es das Erziehungsgeld. Grundlage hierfür war für Geburten bis zum 31. Dezember 2006 das Bundeserziehungsgeldgesetz. Der Gesetzestext wurde zuletzt im Dezember 2006 geändert. Für die nach dem 31. Dezember 2006 geborenen oder mit dem Ziel der Adoption aufgenommenen Kinder gelten die Vorschriften des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes. Informationen zum Erziehungsgeld findet man auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Dort gibt es neuste Informationen zu den Konditionen des Erziehungsgeldes, das nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz geregelt wird. Das BMFSFJ hält auch eine Broschüre zu Elterngeld und Elternzeit als Download bereit. Gute und übersichtliche Informationen bietet auch das Internet-Gesundheitsportal Qualimedic.
Für (werdende) Mütter oder Väter, die auf einer befristeten Qualifikationsstelle promovieren, ist wichtig zu wissen, was passiert wenn in der Elternzeit der Vertrag ausläuft oder ob die Elternzeit auf die Befristung angerechnet wird. Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen, die Beurteilung ist insgesamt wegen der unklaren Situation beim Hochschulrahmengesetz erschwert.

Für StipendiatInnen mit Kind hat die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Potsdam Informationen zusammengestellt, am besten erkundigt man sich aber direkt bei den jeweiligen Studienwerken oder Stiftungen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2003 in seine Förderrichtlinien für die Begabtenförderwerke die Möglichkeit eines Elternjahres aufgenommen. Dazu gibt es eine Stellungnahme der Promovierenden-Initiative.

Links

Elterngeld


Förderwerke und Stipendien


BMFSFJ
// Elterngeld


9monate.de
// Erziehungsgeld


buzer.de
// Bundeserziehungsgeldgesetz


BMFSFJ
// Elterngeld und Elternzeit (Stand 2009)


Universität Potsdam, Gleichstellungsbeauftragte
// Promovieren mit Kind


Promovierenden-Initiative
// PI begrüßt Nachteilsausgleich für Promovierende mit Kindern

 

Karriere mit Kind

Hildegard Macha, Pädagogik-Professorin an der Universität Augsburg, hat in einer Studie 2000 u. a. untersucht, wie Frauen es schaffen, ihre wissenschaftliche Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen. Dazu gibt es ein kurzes Interview mit Prof. Macha im Deutschlandfunk aus dem Jahr 2002.

Promovieren mit Kind verändert natürlich auch die Promotionsverläufe und Karrierewege von (allein)erziehenden Vätern. Spezielle Informationsangebote für promovierende Väter gibt es im Internet nicht, eine Seite mit allgemeinen Infos u.a. zur Vereinbarung von Beruf und Vaterschaft, die vielleicht auch Hilfreiches für den ein oder anderen Doktoranden enthält, ist Väter.de.

Das Netzwerk für Promovierende und Promovierte Thesis hat 2003 ein Positionspapier erarbeitet, in dem es u. a. verbesserte Kinderbetreuungsangebot an den Hochschulen und eine insgesamt familienfreundlichere Hochschulgestaltung, die Berücksichtigung von (auch nicht offiziell beantragten) Elternzeiten in der Verweildauerberechung bei Berufungsverfahren und der Beurteilung von Publikationslisten und den Ausbau von MentorInnenprogrammen fordert.

Informativ sind die Aussagen zu Möglichkeiten der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen
für Beschäftigte sowie für Beamte auf Zeit auf den Seiten des Frauenbüros der Universität Würzburg.


Links

Deutschlandfunk
// Jung, weiblich, Akademikerin, Mutter (29.11.2002)


vaeter.de
// Väter und Beruf


Thesis e.V.
// Promovieren mit Kind (2003)


Universität Würzburg, Frauenbüro
// Möglichkeiten Betreuung für Beschäftigte


Universität Würzburg, Frauenbüro
// Möglichkeiten der Betreuung für Beamte auf Zeit

 

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Mentoring-Programme für Frauen

Mentoring Programme oder Mentorinnen-Netzwerke basieren auf der Grundidee, die Förderung von Frauen in der Wissenschaft zu unterstützen, indem berufserfahrene Fach- und Führungsfrauen als Mentorinnen Studentinnen, Absolventinnen und Doktorandinnen vor dem Hintergrund der eigenen Berufserfahrung im persönlichen Austausch beratend begleiten. Dazu wird einer Studentin, Doktorandin oder Postdoktorandin („Mentee“) jeweils eine Mentorin, die beispielsweise eine Professorin der Universität sein kann, zugeteilt. Auch der Bereich „Unikarriere mit Kind“ kann Teil des Mentoring sein.
Mentoring-Programme gibt es mittlerweile an vielen Universitäten. Eine Reihe davon sind in der Zusammenstellung des Forum Mentoring e.V., einer bundesweiten Dachorganisation der Mentoring-Programme an Hochschulen, zu finden.

Die Universität Bilefeld unterbreitet mit ihrem Programm movement Mentoring-Angebote für promotionsinteressierte Studentinnen und Wissenschaftlerinnen. Besonders angesprochen werden sollen Studentinnen der naturwissenschaftlichtechnischen Fakultäten, Frauen mit Migrationshintergrund, Frauen mit Familienaufgaben und Frauen mit Behinderung.

An der Universität Duisburg Essen gibt es das Mentorinnenprojekt MEDUSE, das explizit Angebote für Promovendinnen der Geistes-, Gesellschafts-, Bildungs-, und Wirtschaftswissenschaften anbietet. Neben dem Mentoring gibt es „klassische“ Schlüsselkompetenz-Angebote (Berufsorientierung, Work-Live-Balance, Zeitmanagement, Networking). und promotionsbegleitende Workshops zu Disputation, Themenfindung und Forschungsmethodik.

Das ähnlich aufgebaute Cornelia Harte Mentoring Programm hat engagierte und qualifizierte Studentinnen und Doktorandinnen der Universität zu Köln als Zielgruppe. Unter anderem an Promovendinnen in der Endphase der Promotion richtet sich das Cornelia Harte Mentoring PRO (CHM PRO).

Auch an der Universität Stuttgart gibt es Mentoring-Programme für Nachwuchswissenschaftlerinnen. In der Schweiz gibt es das universitätsübergreifende Programm Menoring Deutschschweiz für Nachwuchswissenschaftlerinnen. Projektleitung und Koordination sind an der Universität Bern, Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männern angesiedelt.

Die Technische Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Freie Universität Berlin haben zur Förderung von Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur das hochschulübergreifende Pilotprogramm „ProFiL. Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre: Mentoring - Training - Networking“ auf den Weg gebracht. Es soll über eine Laufzeit von 12 Monaten Postdoktorandinnen, Habilitandinnen, Juniorprofessorinnen und Leiterinnen von Nachwuchsgruppen bei der Planung und Entwicklung ihrer Karriere intensiv unterstützen. Dazu gibt es ein Mentorinnen-Programm sowie Training und Workshops zur Karriereplanung, Berufungsverfahren und Selfmarketing. Auf den Profil-Seiten findet Ihr auch eine Linkliste zu Organisationen & Netzwerken in Deutschland die sich mit Chancengleichheit in Forschung und Wissenschaft befassen.

An der TU Berlin gibt es auch ein überfachliches virtuelles Kolleg für Doktorandinnen, das Promovendinnen an der TUB vernetzen und unterstützen soll und als langfristiges Ziel den Anteil von Frauen bei den Promotionen auf den Anteil an den Absolventinnen erhöhen will. Wichtiger Bestandteil der Arbeit des Netzwerkes ist die Veranstaltung von Weiterbildungen zu den Themen Gesprächsführung, Konflikt-, Zeit- und Selbstmanagement oder Netzwerken.


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