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Wissenschaftlerinnen-Karrieren

Was verhindert nach wie vor, dass sich Frauen in der Wissenschaft beruflich in gleichem Maße entfalten können wie Männer? - das ist eine der im Zusammenhang mit dem nach wie vor zu geringen Frauenanteil insbesondere an den Professuren gestellten Fragen.

Im November 2005 widmete sich das 29. GEW-Seminar für Frauen in Hochschule und Forschung der Thematik „Traumjob Wissenschaftlerin? - Karrierebedingungen, Karriereverläufe und Karriereförderung“. Ausgehend von den Ergebnissen der Veranstaltung hat die Projektgruppe „Frauen in Hochschule und Forschung“ das Papier „Chancengleichheit und Offenheit – GEW-Eckpunkte zu Karieren von Wissenschaftlerinnen“ erarbeitet, das am 9./10.3.2007 vom GEW-Hauptvorstand verabschiedet worden ist. Es enthält Aussagen zu vier Eckpunkten:

  1. den „Vereinbarkeitsdiskurs“ zurückweisen, Chancengleichheit einfordern
  2. Hochschulstrukturen und Hochschul- und Fachkulturen öffnen;
  3. den Qualitätsbegriff öffnen;
  4. Wissenschaftskarrieren statt Wissenschaftskarriere.

Das Papier stellte die Grundlage für die kritische Auseinandersetzung der GEW mit den Wissenschaftsratsempfehlungen zur Chancengleichheit (Juli 2007) dar. Die Forderung nach Chancengleichheit für Wissenschaftlerinnen durch eine strukturelle Reform der Karrierewege und eine verbindliche Quotierung stand auch im Mittelpunkt der Stellungnahme, die Andreas Keller im Januar 2008 für die GEW im Rahmen der Anhörung des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung zum Thema „Chancengleichheit in der Wissenschaft und Gender in der Forschung“ abgegeben hat. Die Frage „What course does a woman’s academic career take in different European countries?“ war das Thema eines von der GEW im Dezember 2007 veranstalteten Workshops mit Vertreterinnen von Partnergewerkschaften der GEW aus Großbritannien, Lettland und Schweden.

In ihrem vom Gewerkschaftstag 2009 beschlossenen wissenschaftspolitischen Programm fordert die GEW eine aktive Gleichstellungspolitik an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die an den Strukturen der Karrierewege und Personalrekrutierung ansetzt. Durch eine verbindliche und mit Sanktionen verknüpfte Quotierung ist ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern auf allen Karrierestufen einschließlich der Professuren und sonstigen Leitungsfunktionen herzustellen. Die GEW fordert, Geschlechtergerechtigkeit im Personal- und Qualitätsmanagement von Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu verankern und die Rechte der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zu stärken.

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) bietet mit FemConsult eine Online-Datenbank für promovierte und habilitierte Wissenschaftlerinnen an.

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